Mit zunehmender Legitimität des Facebook-Marketings ist die Nachfrage nach effektiven Praktiken, Benchmarks und konkreten Ergebnissen sehr stark. Wie fast überall, gilt auch hier das EKDA Prinzip — “Es kommt drauf an.” Auf die Art des Unternehmens, die Zielgruppe, die globale Marketingstrategie, operatives Ziel, Einbettung in weitere Marketinginstrumente, etc. Es bleibt also komplex, aber dank der Erfahrungen der letzten Jahre kann man inzwischen ein paar allgemeine Schlüsse ziehen und Empfehlungen geben. Hier drei Grundprinzipien, von denen wir glauben, dass sie in 2013 unverzichtbar sind für ein erfolgreiches Facebook-Marketing.
(1) Soziale (Ver)Bindungen stärken
Bis dato wurden viele Aktionen auf Facebook als Dyade zwischen Anbieter und Fan gestrickt. Quasi als Beiprodukt oder durch “erzwungene” Gewinnspiel-Bestandteile, meistens via “Invites”, erhoffte man sich virale Effekte. Allerdings, echte soziale Diffusion funktioniert anders. Leute sprechen über und verteilen Dinge (Produkte und Dienstleistungen), die Ihnen echt am Herzen liegen und sie tun dies innerhalb eines echten sozialen Austausches, nicht wenn ich mein Adressbuch durchsuche, um Kontakte für meinen eigenen Vorteil in einer Gewinnspiel-Aktion arbeiten zu lassen… Auf der Empfängerseite wiederum bin ich geneigt, einer Empfehlung eines Freundes intensiv zuzuhören, wenn eine enge soziale Beziehung besteht.
Es ist also Zeit, dass Facebook-Kampagnen es meinen Fans ermöglichen, in echten Austausch mit ihren Freunden zu treten. Ein schönes aktuelles Beispiel ist hier die “Verschenke ein Buch” Aktion der Mayerschen Buchhandlung. Hier trete ich als Fan in Aktion, weil ich einem Freund etwas Gutes tun will und der Freund wird sich sicherlich sehr viel bewusster mit dem Anbieter auseinandersetzen als er es getan hätte, wenn der gleiche Freund ihn um eine Stimme innerhalb eines klassischen Foto-Wettbewerbes gebeten hätte.
Action Item: Überlegen Sie sich Aktionen, bei denen Sie und Ihr Unternehmen “nur” ein Bestandteil einer Interaktion zwischen Freunden, Kollegen, Familienmitgliedern sind. Machen Sie diese Interaktion erinnerungswürdig. Werden Sie der Baustein, oder besser der Kit, der soziale Interaktion zusammenbringt.
(2) Mobiles Entertainment
Menschen wollen unterhalten werden. Viele von uns sind heute oft und lange unterwegs und es gibt ausreichend Zeiten, die man am iPad oder Smartphone überbückt. Deutschland hat mittlerweile rund 30 Millionen Smartphone-Nutzer. Die Performics and ROI Research Gruppe zeigt in einem ihrer letzten Reports, dass viele User heute einen Großteil ihrer Zeit in Social Platforms über mobile Endgeräte wie iPads und Smartphones verbringen.
Action Item: Überprüfen Sie, inwieweit ihre Inhalte im Web mobilfähig sind, d.h. sind sie einfach zugänglich auf allen Endgeräten und sind Inhalte entsprechend aufbereitet, dass sie das mobile Nutzungsverhalten ansprechen? Entwickeln Sie eine mobile Strategie, die z.B. mobile Apps und mobile Advertizing beinhalten.
(3) Inhalte strategisch entwickeln und positionieren
Unser Wissen darüber, welche Inhalte gut und weniger gut angenommen werden und welche Inhalte einen höheren viralen Charakter haben, hat sich in den letzten Jahren extrem verbessert. Forscher der Wharten Business School z.B. konnten jetzt bestätigen, was die psychologische Theorie voraussagt. Generell werden positive Inhalte eher als negative weitergeleitet. Und dabei werden aber insbesondere Inhalte, die eine hohe emotionale Stimulanz mirbringen, d.h. Inhalte, die auf der positiven Seite Be-/Verwunderung auslösen oder auf der negativen Seite Ärger/Zorn hervorrufen, eher geteilt werden als Inhalte die “nur” ein Lächeln oder Traurigkeit erzeugen.
Desweiteren gilt nachwievor, dass ein Bild mehr sagt als 1000 Worte. Inhalte, die Bilder im Fokus haben, werden häufiger geteilt als andere Inhalte.
Action Item: Investieren Sie in die Entwicklung von hochwertigen eigenen Inhalten. Trauen Sie sich Emotionalität zu zeigen, denn nur Inhalte, die eine gewisse Erregungsschwelle beim Empfänger erreichen, werden geteilt. Verbinden Sie Inhalte mit aussagekräftigen Bildern oder Videos.
Was sind Ihre Erfahrungen und welche Pläne haben Sie für 2013 in Bezug auf Ihre Social Marketing Strategie?
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