Facebook hat vor einigen Wochen Leitlinien bzw. ein Konzept zur Gestaltung des Social Designs, primär für Fanpage Betreiber, veröffentlicht. Vom Namen her scheinen es auf den ersten Blick visuelle Gestaltungshinweise zu sein. Dabei handelt es sich vielmehr um ein Konzept, das Möglichkeiten zur inhaltlichen Gestaltung von Facebook Pages beschreibt.
Welche Idee steckt hinter dem Social Design?
Facebook hat mit dem Social Design einen Ansatz entwickelt, in dem zentrale Charakteristika für Social Media identifiziert werden. Mit Hilfe dieser lässt sich der Nutzen und zweckgerechte Einsatz von Plattformen wie Facebook erfassen.
Social Design setzt sich aus drei zentralen Elementen zusammen:
Quelle: developers.facebook.com/attachment/sdg_circles.png
Sie erklären das Funktionieren von Social Media:
- Community: User bauen sich eine Community – ein Kontaktnetzwerk auf
- Conversation: User können sich mit anderen austauschen
- Identity: User entwickeln eine Identität und bauen ein eigenes Selbstwertgefühl auf
Facebook schlägt für Fanpage Betreiber ein Vorgehen „von außen nach innen“ vor. Demnach sollen diese die vorhandene Community auf Facebook nutzen. So können sie Inhalte teilen und diskutieren. Dadurch können sie gemeinsam mit den Usern eine Social Identity schaffen.
Wie lässt sich der Ansatz des Social Designs umsetzen?
Facebook schlägt für jedes Element verschiedene Aktivitäten vor, die sich aber letztendlich wiederholen, weil sie gleichzeitig zu mehreren Elementen beitragen können. Deshalb nachfolgend die wichtigsten Punkte kurz zusammengefasst:
- Wenn User zum Fan werden, erhalten sie exklusive Inhalte (siehe DHL)
So kann eine Community aufgebaut und gehalten werden, da sie „Special Interest“ Angebote erhalten.
Quelle: facebook.com/dhl - Den Fans vorschlagen, die Fanpage an Freunde weiterzuempfehlen.
So kann die Community ausgedehnt werden. - Konversationen können gefördert werden, indem den Usern zugehört, auf sie eingegangen wird und sie z.B. durch Fragen oder Aufforderungen bestimmte Inhalte (Ideenwettbewerb o.ä.) zu teilen, direkt eingebunden werden. Fanpage Betreiber haben die Interaktionen letztendlich aber zu moderieren.
- Zuhören und Kommunizieren:
Für Fans relevante Themen identifizieren und aufgreifen. Dazu kann genau beobachtet werden, worüber Fans sich äußern und was ihre Interessen sind.
Auf der Pinnwand von DHL hat eine junge Frau gepostet, dass sie gern mehr über Corporate Social Responsibility Aktivitäten erfahren möchte. DHL und weitere User haben darauf reagiert und entsprechende Inhalte zur Verfügung gestellt. Dies erhöht den Wert dieser Fanpage für alle User, die an solchen Themen interessiert sind.
Das trägt zum Erhalt der Community bei, fördert die Konversation auf der Seite und prägt aber auch die gemeinsame Identität.
Quelle: facebook.com/dhl?sk=wall - Inhalte präsentieren und Aktivität beweisen, sonst wirkt die Fanpage uninteressant. Dabei bietet es sich auch an kleine Geschichten des Unternehmens zu erzählen. Das vermittelt eine Identität und fördert den Erhalt der Community.
- Das Profil personalisieren, um Authentizität, ein zentraler Bestandteil der Identität, herzustellen. Damit kann der Fanpage und den Personen, die dort kommunizieren ein „Gesicht“ gegeben werden und ein unmittelbarer Kontakt vermittelt werden. Das kann z.B. so aussehen:

Quelle: facebook.com/dhl?sk=wall
Zur Umsetzung eines zielgerichteten Social Desgins empfehlen sich die Facebook Apps. Mit ihnen kann einfach und schnell das Wichtigste realisiert werden.
Social Design – eine neue Errungenschaft?
Die Leitlinien verdeutlichen ganz gut, wie Identität, Konversation und Community in Social Media ineinander greifen. Für erfahrene Social Media User bieten sie bzgl. ihrer Gestaltungstipps aber nichts Neues. Zum großen Teil werden bereits vorhandene Empfehlungen für einen professionellen Auftritt in Social Media reproduziert. Einen ausführlichen Beitrag dazu findet ihr z.B. hier.
Wichtig bleibt, dass Facebook dazu dient ein Kontaktnetzwerk aufzubauen, um sich mit anderen Nutzern auszutauschen oder Inhalte mitzuteilen. Nutzerprofile und das gesamte Nutzerverhalten widerspiegeln dabei einzelne Identitäten. Die Community einer Fanpage kann durch die gemeinsame Konversation sich eine gemeinsame Identität schaffen. Dies bietet Fanpage Betreibern verschiedenste Möglichkeiten, die aber nur teilweise in den Social Design Richtlinien aufgezeigt werden.
Was denkt ihr zu den Google Social Design Richtlinien? Habt ihr Vorschläge, wie man diese gut umsetzen kann?
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