Vor einem Monat habe ich erstmals auf diesem Blog den sich scheinbar nach und nach etablierenden F-Commerce aufgegriffen. Immer mehr Unternehmen nutzen Facebook als einen Vertriebskanal. Sie versuchen durch das hohe Potenzial der Social Media Plattform Umsätze zu generieren. Der folgende Post veranschaulicht wie Unternehmen F-Commerce betreiben. Dazu werden vier verschiedene Formen des F-Commerce vorgestellt, die sich in der letzten Zeit herauskristallisiert haben.

Vier verschiedene Typen nach Mashable

Mashable Business, eine der größten Online-News-Plattformen in den USA über Digital Culture, Social Media und Technology, hat mit Hilfe von Cisco vier Typen des F-Commerce identifiziert. Diese werden folgend anhand von Beispielen vorgestellt.

1. Facebook-Facilitaded On-Site Selling

Die Fanpage Betreiber versuchen mit Facebook das Marken-Erlebnis der Nutzer aktiv zu gestalten. Ziel der Unternehmen ist es über Facebook den Kaufprozess der Nutzer/Kunden unterstützend zu begleiten. Insbesondere Social Plugins werden eigesetzt, um die Facebook Nutzer mit der Marke und den Produkten in Kontakt zu bringen. Am geläufigsten sind der “Like” bzw. “Gefällt mir” Button, die Empfehlungs- und Kommentarfunktion. Damit kann der Verkehr auf die Unternehmenswebsite erhöht werden.

Amazon empfiehlt auf seiner Fanpage beispielsweise aktuelle Angebote. Gleichzeitig wird nach Erfahrungen mit den Produkten oder damit zusammenhängenden Themen gefragt. Die Nutzer können die Posts von Amazon kommentieren, weiterempfehlen oder auch einfach nur “Gefällt mir” klicken.
Beispiel Amazon
Ein weiteres Beispiel ist auf Mashable angeführt. Amazon hat eine Zeit lang Website-Besuchern empfohlen, sich auf Facebook mit Amazon zu vernetzen.
Verknüpfung von Amazon und Facebook

2. Facebook-Initiated Selling

Eine Alternative zu der sehr einfachen und weniger direkten Form des F-Commerce ist die kostenfreie Einbindung einer Shop-Oberfläche (Storefront) auf der Fanpage. Der Facebook Nutzer kann sich in Facebook über einzelne Produkte informieren und diese zum Kauf auswählen. Im letzen Schritt des Kaufs, wenn die Bestellung aufgegeben wird, wird er auf die externe Produktwebsite weitergeleitet. Dort kann er die Bestellung bestätigen und die Bezahlung abwickeln. Die Nutzer können somit bereits auf Facebook den Kaufprozess starten. Das Problem bei dieser Form ist wie bei ersterer, dass die Nutzer, die durch Facebook zum Käufer werden, von Facebook weggezogen werden und erst auf der Produktwebsite den Kauf abschließen können.

Der Coca-Cola Store bietet einen Übersicht über alle erhältlichen Fanprodukte und deren Preis. Über den “BUY NOW” Button gelangt der Facebook Nutzer dann direkt auf die Produktwebsite.
Coca-Cola Facebook StoreCoca Cola Facebook-Store

Coca Cola Website-StoreCoca Cola Website-Store

Es gibt auch Facebook Shop-Oberflächen, auf denen es möglich ist, entweder sofort zu kaufen oder über Facebook erst Freunde um ihre Meinung zu fragen.

3. Complete Selling through Facebook

Unternehmen können Facebook aber auch für den kompletten Vertriebsprozess, von Werben über Auswählen bis Kauf, nutzen. Der Vorteil ist, dass das Facebook-Nutzer-Erlebnis nicht unterbrochen wird, da keine Weiterleitung an die Produktwebsite erfolgt.

Facebook Nutzer können z.B. auf der Seite von der Airline Delta Flugtickets buchen. Leider ist dieser Service bisher nur für Buchungen, die in den USA getätigt werden, möglich.
Delta Ticket Counter
4. iFrames vs. Facebook Apps

Mittlerweile existieren zwei verschiedene Varianten, wie die “Shop-Kataloge” in Facebook aufgebaut werden können: iFrames und Apps.
Mit iFrames lassen sich die Shop-Oberflächen durch die Fanpagebetreiber selbst erstellen und gestalten. Ihnen steht eine Fläche von 520 Pixel zur Verfügung, um die Produkte entsprechend zu positionieren.
Auf der anderen Seite können auch Apps genutzt werden, um den Shop zu gestalten. Der Vorteil ist, dass die Shop-Fläche nicht auf 520 Pixel begrenzt ist, sondern bis zu 750 Pixel als „Verkaufsfläche“ genutzt werden können. Dazu können App-Anbieter, die einen Do-it-yourself Baukasten anbieten, genutzt werden. So können die Fanpagebetreiber ebenfalls ohne Programmierkenntnisse die Gestaltung vornehmen. Die Alternative ist, dass die Fanpagebetreiber selbst die App programmieren oder Dienstleister mit der App-Entwicklung beauftragen.

Was nun mit den vier Typen anfangen?

Inwiefern bei den ersten Typen tatsächlich von F-Commerce gesprochen werden kann, ist unter den Experten strittig. Nicht desto trotz sollte festgehalten werden, dass dies eine Form der „Bewerbung von Produkten“ ist. Somit tragen auch diese Formen des F-Commerce durchaus zum Vertrieb bei, weil sie Bewusstsein für Produkte und Marken schaffen.
Die verschiedenen Typen zeigen, dass sich jedes Unternehmen langsam an F-Commerce rantasten und zunächst mit weniger komplexen Lösungen arbeiten kann. Dennoch muss die Wertschöpfung im Vordergrund stehen. Langfristig sollten Shoplösungen genutzt werden, die auch auf Facebook den kompletten Kaufprozess unterstützen.